Zuletzt aktualisiert: 20. August 2026
Zwischen 90 und 150 € kostet die Hauptuntersuchung samt Abgasuntersuchung für einen normalen Pkw – ein fester Posten, den niemand umgehen kann. Was viele unterschätzen: Teuer wird der Termin nicht durch die Prüfung selbst, sondern durch die Mängel, die dabei ans Licht kommen. Im Folgenden lesen Sie, wie sich der Preis zusammensetzt, was ihn nach oben treibt und wie Sie sich eine kostenpflichtige Nachprüfung ersparen.
Was hinter dem „TÜV“ steckt
Was im Alltag schlicht „TÜV“ heißt, ist genau genommen die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung (HU) nach § 29 StVZO – heute immer zusammen mit der Abgasuntersuchung (AU). Prüfen darf das längst nicht nur der TÜV: Auch DEKRA, GTÜ und KÜS sind dazu berechtigt. Die Gebühren schwanken je nach Region, halten sich für einen gewöhnlichen Pkw aber in Grenzen.
| Posten | Richtwert* |
|---|---|
| Hauptuntersuchung (HU) | ca. 60–90 €* |
| Abgasuntersuchung (AU) | ca. 35–90 €* |
| Gesamt (HU + AU, Pkw) | ca. 130–175 €* |
Zur Einordnung: Der ADAC beziffert HU und AU zusammen auf rund 100 bis 170 Euro. TÜV SÜD und TÜV Nord veröffentlichen für Pkw bis 3,5 Tonnen Preise zwischen etwa 155 und 170 Euro. Die Werte in den folgenden Tabellen ordnen sich in diese Spanne ein.
* Orientierungswert einschließlich typischer Material- und Arbeitskosten; Abweichungen sind je nach Fahrzeug und Werkstatt möglich.
Im Gegensatz zu einer normalen Reparatur gibt es bei der HU weder Material noch einen frei verhandelbaren Arbeitslohn – die reine Prüfgebühr steht weitgehend fest. Richtig ins Geld geht es erst dann, wenn der Prüfer Mängel findet, die Sie anschließend beheben lassen müssen.
Was den Preis nach oben treibt
Dass die Spanne für HU und AU von rund 130 bis 175 €* reicht, hat mehrere Gründe:
- Prüforganisation: TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS rechnen leicht unterschiedlich. Groß sind die Unterschiede selten, doch ein Vergleich kostet nichts.
- Bundesland: Die HU-Gebühren werden regional festgelegt und können sich von Land zu Land um 10–20 €* unterscheiden.
- Fahrzeugart und Antrieb: Ein Diesel mit Partikelmessung, Wohnmobile, Transporter oder alles über 3,5 t schlägt mehr zu Buche als ein gewöhnlicher Benzin-Pkw.
- Prüfort: Direkt in der Prüfstelle ist es oft günstiger als beim Werkstatttermin, wo für die Vermittlung schon mal ein Aufschlag dazukommt.
- AU-Verfahren: Seit der Pflicht zur Endrohrmessung bei modernen Fahrzeugen ist die AU stellenweise aufwendiger – und damit teurer – geworden.
Eines sollten Sie wissen: Die Prüfgebühr fällt unabhängig vom Ergebnis an. Fällt Ihr Auto durch, ist die HU trotzdem bezahlt – die Nachprüfung kommt dann noch obendrauf.
Kostenbeispiele nach Modell
Die folgenden Richtwerte zeigen typische Szenarien. Sie schwanken je nach Region und Prüforganisation.
| Fahrzeug / Szenario | Richtwert* (HU + AU) |
|---|---|
| Kleinwagen Benziner (z. B. VW Polo) | ca. 110–150 €* |
| Mittelklasse Diesel (z. B. BMW 3er) | ca. 130–170 €* |
| SUV / Van (z. B. VW Tiguan) | ca. 140–180 €* |
| Wohnmobil bis 3,5 t | ca. 160–220 €* |
| Motorrad (nur HU) | ca. 55–80 €* |
| Nachprüfung nach Mängeln | ca. 15–35 €* |
* Orientierungswert einschließlich typischer Material- und Arbeitskosten; Abweichungen sind je nach Fahrzeug und Werkstatt möglich.
Findet der Prüfer Mängel, kommen die eigentlichen Reparaturkosten noch hinzu. Häufige Fälle sind abgenutzte Bremsen oder ein durchgerosteter Auspuff – was das jeweils kostet, lesen Sie in unseren Ratgebern zu Bremsen wechseln, Bremsscheiben wechseln und Auspuff wechseln.
Freie Werkstatt, Vertragswerkstatt oder direkt zur Prüfstelle?
Die HU nimmt in jedem Fall ein unabhängiger Prüfingenieur der Organisation ab – ganz gleich, ob Sie in die freie Werkstatt, zur Vertragswerkstatt oder direkt zur Prüfstelle fahren. Der Unterschied liegt im Drumherum:
- Direkt zur Prüfstelle (TÜV/DEKRA/GTÜ): In der Regel die günstigste Lösung, weil kein Werkstatt-Aufschlag anfällt. Dafür sollten Sie das Auto vorab selbst auf offensichtliche Mängel kontrollieren.
- Freie Werkstatt: Oft als Rundum-Service – kleine Mängel werden noch vor der Prüfung beseitigt, der Prüfer kommt zum Termin ins Haus. Meist günstiger als die Vertragswerkstatt.
- Vertragswerkstatt: Bequem, vor allem wenn ohnehin eine Inspektion ansteht – aber tendenziell die teuerste Variante.
Welcher Weg sich lohnt, hängt vor allem von Alter und Zustand Ihres Wagens ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie in unserem Ratgeber Freie Werkstatt oder Vertragswerkstatt?
Fristen, Plakette und was am häufigsten durchfällt
Wann muss das Auto zum TÜV?
Fabrikneue Pkw müssen zum ersten Mal nach 36 Monaten (drei Jahren) zur HU. Anschließend steht die Hauptuntersuchung alle 24 Monate (zwei Jahre) an. Für andere Fahrzeugklassen – Motorräder, Anhänger oder gewerblich genutzte Fahrzeuge – gelten eigene Fristen.
Die Plakette
Ist die HU bestanden, klebt die runde Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen. Die große Zahl in der Mitte steht für das Jahr der nächsten HU, die Zahl ganz oben (12 Uhr) für den Monat. So sieht jeder – die Polizei eingeschlossen – mit einem Blick, ob der TÜV abgelaufen ist. Wer den Termin überzieht, riskiert Sanktionen: Bei Pkw greifen diese ab einer Überziehung von mehr als zwei Monaten – ab zwei Monaten rund 15 €, ab vier Monaten 25 €, ab acht Monaten 60 € und ein Punkt in Flensburg. Zusätzlich kann ab zwei Monaten eine erweiterte HU mit etwa 20 % Aufschlag anfallen.
Typische Mängel
Am häufigsten fallen Fahrzeuge aus diesen Gründen durch die HU:
- defekte oder falsch eingestellte Beleuchtung
- verschlissene Bremsen, Bremsscheiben oder Bremsleitungen
- Ölverlust und undichte Leitungen
- durchgerosteter oder undichter Auspuff
- abgefahrene Reifen oder ausgeschlagene Fahrwerksteile
Nachprüfung
Stellt der Prüfer „erhebliche Mängel“ fest, gibt es keine Plakette und Sie müssen nachbessern. Dafür bleibt Ihnen meist rund ein Monat Zeit, bis Sie das Fahrzeug zur Nachprüfung vorstellen. Kontrolliert werden dann in der Regel nur die beanstandeten Punkte – deshalb fällt die Nachprüfung deutlich günstiger aus als eine komplette HU. Verstreicht die Frist, ist eine vollständige neue Hauptuntersuchung fällig.
So sparen Sie beim TÜV
Der größte Hebel liegt nicht beim Prüfpreis, sondern bei der Vorbereitung. Wer sein Auto vorab selbst durchgeht – Beleuchtung, Reifenprofil, Wischerblätter, Flüssigkeitsstände –, vermeidet die teuerste Falle: eine kostenpflichtige Nachprüfung wegen einer durchgebrannten Glühlampe, die fast nichts kostet.
Ein Preisvergleich zwischen TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS bringt je nach Region 10–20 €* – Geld, das Sie mit einem Anruf sparen. Steht ohnehin eine Inspektion oder ein Service an, lassen Sie die HU am besten gleich mitmachen und sparen sich den zweiten Weg. Beim Termin selbst gilt: Sie dürfen bis zu einem Monat vor Fälligkeit zur HU, ohne das Intervall zu verkürzen – so umgehen Sie ein Büßgeld bei Überziehung, ohne früher zahlen zu müssen.
Bei älteren Autos lohnt vorab eine nüchterne Rechnung: Zeichnen sich teure Mängel ab, kann die Frage aufkommen, ob die Reparatur überhaupt noch sinnvoll ist. Eine Hilfe dazu bietet unser Ratgeber Auto reparieren oder verkaufen?
Offizielle Daten und weiterführende Informationen finden Sie beim ADAC, bei der DAT sowie beim TÜV. Einen Überblick über weitere Posten rund ums Auto bietet unsere Übersicht der Reparaturkosten.
Häufige Fragen
Was kostet der TÜV (HU + AU) für einen normalen Pkw?
Für einen durchschnittlichen Pkw liegen HU und AU zusammen meist bei ca. 130–175 €*. Der genaue Preis hängt von Prüforganisation, Bundesland und Fahrzeugart ab. Werden Mängel gefunden, kommen Reparatur- und ggf. Nachprüfungskosten hinzu.
Wie oft muss mein Auto zum TÜV?
Neuwagen müssen erstmals nach 36 Monaten zur Hauptuntersuchung, danach alle 24 Monate. Für andere Fahrzeugklassen wie Motorräder oder gewerbliche Fahrzeuge gelten abweichende Intervalle.
Ist nur der TÜV erlaubt oder auch DEKRA und GTÜ?
Die Hauptuntersuchung dürfen mehrere amtlich anerkannte Prüforganisationen durchführen – neben dem TÜV unter anderem DEKRA, GTÜ und KÜS. Die Plakette ist überall gleichwertig, ein Preisvergleich kann sich lohnen.
Was passiert, wenn mein Auto durch den TÜV fällt?
Bei erheblichen Mängeln erhalten Sie keine Plakette. Sie müssen die beanstandeten Punkte beheben und das Fahrzeug in der Regel innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorstellen. Diese kostet meist nur ca. 15–35 €*, da nur die Mängel kontrolliert werden.
Was kostet die Nachprüfung beim TÜV?
Die Nachprüfung ist deutlich günstiger als eine komplette HU und liegt als Richtwert bei ca. 15–35 €*. Voraussetzung ist, dass Sie die Frist von etwa einem Monat einhalten – sonst wird eine vollständige neue Hauptuntersuchung fällig.
Wofür steht die Zahl auf der TÜV-Plakette?
Die große Zahl in der Mitte der Plakette nennt das Jahr der nächsten Hauptuntersuchung. Die Zahl, die auf der 12-Uhr-Position steht, gibt den Monat an. So lässt sich auf einen Blick erkennen, wann der TÜV abläuft.
