TÜV Kosten 2026: Was HU und AU wirklich kosten

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2026

Die Hauptuntersuchung (HU) – im Volksmund einfach „TÜV“ genannt – ist für jedes zugelassene Fahrzeug Pflicht. Hier erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie für HU und Abgasuntersuchung (AU) rechnen müssen, wovon der Preis abhängt und wie Sie unnötige Nachprüfungen vermeiden.

Überblick

Der „TÜV“ ist genau genommen die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung (HU) nach § 29 StVZO, die heute zusammen mit der Abgasuntersuchung (AU) durchgeführt wird. Geprüft wird nicht nur vom TÜV, sondern auch von anderen anerkannten Prüforganisationen wie DEKRA, GTÜ oder KÜS. Die Preise sind regional unterschiedlich, liegen für einen normalen Pkw aber meist in einem überschaubaren Rahmen.

⚠️ Hinweis: Alle Preise sind Richtwerte und müssen vor Veröffentlichung anhand aktueller Quellen (DAT, ADAC, Werkstattangebote) geprüft werden.

Posten Richtwert*
Hauptuntersuchung (HU) ca. 60–90 €*
Abgasuntersuchung (AU) ca. 25–55 €*
Gesamt (HU + AU, Pkw) ca. 90–150 €*

*Richtwert – vor Veröffentlichung prüfen.

Anders als bei einer klassischen Reparatur gibt es bei der HU kein „Material“ und keinen frei verhandelbaren Arbeitslohn – die Gebühr für die reine Prüfung ist weitgehend festgelegt. Teuer wird es erst, wenn Mängel festgestellt werden, die Sie reparieren lassen müssen.

Wovon hängen die Kosten ab?

Die Spanne von rund 90 bis 150 €* für HU und AU ergibt sich aus mehreren Faktoren:

  • Prüforganisation: TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS kalkulieren leicht unterschiedlich. Die Preisunterschiede sind meist gering, ein Vergleich lohnt sich aber.
  • Bundesland: Die HU-Gebühren werden regional festgelegt und können sich je nach Bundesland um 10–20 €* unterscheiden.
  • Fahrzeugart und Antrieb: Diesel mit Partikelmessung, Wohnmobile, Transporter oder Fahrzeuge über 3,5 t sind teurer als ein normaler Benzin-Pkw.
  • Prüfort: Die Untersuchung direkt in der Prüfstelle ist oft günstiger als der Termin in der Werkstatt, bei dem ein Aufschlag für die Vermittlung anfallen kann.
  • AU-Verfahren: Seit der Pflicht zur Endrohrmessung bei modernen Fahrzeugen ist die AU teils etwas aufwendiger geworden.

Wichtig: Die Prüfgebühr fällt unabhängig vom Ergebnis an. Auch wenn Ihr Auto durchfällt, ist die HU bezahlt – die Nachprüfung kostet zusätzlich.

Kostenbeispiele nach Modell

Die folgenden Richtwerte zeigen typische Szenarien. Sie schwanken je nach Region und Prüforganisation.

⚠️ Hinweis: Alle Preise sind Richtwerte und müssen vor Veröffentlichung anhand aktueller Quellen (DAT, ADAC, Werkstattangebote) geprüft werden.

Fahrzeug / Szenario Richtwert* (HU + AU)
Kleinwagen Benziner (z. B. VW Polo) ca. 90–130 €*
Mittelklasse Diesel (z. B. BMW 3er) ca. 110–150 €*
SUV / Van (z. B. VW Tiguan) ca. 110–150 €*
Wohnmobil bis 3,5 t ca. 130–190 €*
Motorrad (nur HU) ca. 50–75 €*
Nachprüfung nach Mängeln ca. 15–35 €*

*Richtwert – vor Veröffentlichung prüfen.

Werden bei der HU Mängel gefunden, kommen die eigentlichen Reparaturkosten obendrauf. Klassiker sind verschlissene Bremsen oder ein durchgerosteter Auspuff – die Kosten dafür finden Sie in unseren Ratgebern zu Bremsen wechseln, Bremsscheiben wechseln und Auspuff wechseln.

Freie Werkstatt oder Vertragswerkstatt?

Die HU selbst führt immer ein unabhängiger Prüfingenieur der Prüforganisation durch – egal, ob Sie in eine freie Werkstatt, eine Vertragswerkstatt oder direkt zur Prüfstelle fahren. Unterschiede gibt es vor allem beim Drumherum:

  • Direkt zur Prüfstelle (TÜV/DEKRA/GTÜ): Meist am günstigsten, da kein Werkstatt-Aufschlag anfällt. Sie sollten Ihr Fahrzeug aber selbst vorher auf offensichtliche Mängel prüfen.
  • Freie Werkstatt: Bietet oft einen „Rundum-Service“ – kleine Mängel werden vor der Prüfung gleich behoben. Häufig günstiger als die Vertragswerkstatt, der Prüfer kommt zum vereinbarten Termin ins Haus.
  • Vertragswerkstatt: Bequem, besonders wenn ohnehin eine Inspektion ansteht. Tendenziell die teuerste Variante.

Welche Variante für Sie passt, hängt von Alter und Zustand des Fahrzeugs ab. Eine ausführliche Abwägung finden Sie in unserem Ratgeber Freie Werkstatt oder Vertragswerkstatt?

HU-Intervall, Plakette und typische Mängel

Wann muss das Auto zum TÜV?

Für fabrikneue Pkw gilt die erste HU nach 36 Monaten (drei Jahre). Danach ist die Hauptuntersuchung alle 24 Monate (zwei Jahre) fällig. Für andere Fahrzeugklassen gelten abweichende Fristen – etwa für Motorräder, Anhänger oder gewerblich genutzte Fahrzeuge.

Die Plakette

Nach bestandener HU erhält Ihr Fahrzeug die runde Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen. Die große Zahl in der Mitte zeigt das Jahr der nächsten HU, die Zahl oben (12 Uhr) den Monat. So erkennt jeder – auch die Polizei – auf einen Blick, ob der TÜV abgelaufen ist. Ein überzogener Termin kann zu Verwarnungs- oder Bußgeldern führen.

Typische Mängel

Die häufigsten Gründe, warum Fahrzeuge durch die HU fallen, sind:

  • defekte oder falsch eingestellte Beleuchtung
  • verschlissene Bremsen, Bremsscheiben oder Bremsleitungen
  • Ölverlust und undichte Leitungen
  • durchgerosteter oder undichter Auspuff
  • abgefahrene Reifen oder ausgeschlagene Fahrwerksteile

Nachprüfung

Werden „erhebliche Mängel“ festgestellt, bekommen Sie keine Plakette und müssen nachbessern. Sie haben dann in der Regel rund einen Monat Zeit, die Mängel zu beheben und das Fahrzeug zur Nachprüfung vorzustellen. Dabei werden meist nur die beanstandeten Punkte kontrolliert, weshalb die Nachprüfung deutlich günstiger ist als eine komplette HU. Lassen Sie die Frist verstreichen, ist eine vollständige neue Hauptuntersuchung fällig.

Spartipps

  • Fahrzeug vorher selbst prüfen: Kontrollieren Sie Beleuchtung, Reifenprofil, Wischerblätter und Flüssigkeitsstände. Eine durchgebrannte Glühlampe ist schnell und billig gewechselt – verursacht sonst aber eine teure Nachprüfung.
  • Preise vergleichen: TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS unterscheiden sich regional im Preis. Ein kurzer Vergleich kann 10–20 €* sparen.
  • Termine bündeln: Steht ohnehin eine Inspektion oder ein Service an, lassen Sie die HU gleich mit erledigen und sparen einen separaten Weg.
  • Nicht zu früh, nicht zu spät: Sie dürfen bis zu einem Monat vor Fälligkeit zur HU, ohne das Intervall zu verkürzen – so vermeiden Sie ein Bußgeld bei Überziehung.
  • Bei älteren Autos rechnen: Wenn absehbar teure Mängel anstehen, kann sich die Frage stellen, ob sich die Reparatur überhaupt noch lohnt. Hilfreich dazu: Auto reparieren oder verkaufen?

Weiterführende Informationen und offizielle Daten finden Sie beim ADAC, bei der DAT sowie beim TÜV. Einen Überblick über weitere Posten rund ums Auto bietet unsere Übersicht der Reparaturkosten.

Häufige Fragen

Was kostet der TÜV (HU + AU) für einen normalen Pkw?

Für einen durchschnittlichen Pkw liegen HU und AU zusammen meist bei ca. 90–150 €*. Der genaue Preis hängt von Prüforganisation, Bundesland und Fahrzeugart ab. Werden Mängel gefunden, kommen Reparatur- und ggf. Nachprüfungskosten hinzu.

Wie oft muss mein Auto zum TÜV?

Neuwagen müssen erstmals nach 36 Monaten zur Hauptuntersuchung, danach alle 24 Monate. Für andere Fahrzeugklassen wie Motorräder oder gewerbliche Fahrzeuge gelten abweichende Intervalle.

Ist nur der TÜV erlaubt oder auch DEKRA und GTÜ?

Die Hauptuntersuchung dürfen mehrere amtlich anerkannte Prüforganisationen durchführen – neben dem TÜV unter anderem DEKRA, GTÜ und KÜS. Die Plakette ist überall gleichwertig, ein Preisvergleich kann sich lohnen.

Was passiert, wenn mein Auto durch den TÜV fällt?

Bei erheblichen Mängeln erhalten Sie keine Plakette. Sie müssen die beanstandeten Punkte beheben und das Fahrzeug in der Regel innerhalb eines Monats zur Nachprüfung vorstellen. Diese kostet meist nur ca. 15–35 €*, da nur die Mängel kontrolliert werden.

Was kostet die Nachprüfung beim TÜV?

Die Nachprüfung ist deutlich günstiger als eine komplette HU und liegt als Richtwert bei ca. 15–35 €*. Voraussetzung ist, dass Sie die Frist von etwa einem Monat einhalten – sonst wird eine vollständige neue Hauptuntersuchung fällig.

Wofür steht die Zahl auf der TÜV-Plakette?

Die große Zahl in der Mitte der Plakette nennt das Jahr der nächsten Hauptuntersuchung. Die Zahl, die auf der 12-Uhr-Position steht, gibt den Monat an. So lässt sich auf einen Blick erkennen, wann der TÜV abläuft.